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10 gemeinsame Prioritäten für Belgien
José Bové, Europaabge-ordneter und Gründungs-mitglied der französischen Confédération paysanne besuchte Ecolo
Um der kolossalen Papierverschwendung ein Ende zu setzen, haben die wallonischen Behörden ein Aufkleber-System namens „Stop Pub“ ins Leben gerufen: Die Bürger befestigen den Aufkleber ihrer Wahl an ihrem Briefkasten und teilen der Post somit Ihren Wunsch mit, Werbung und/oder kostenlose Post zu erhalten oder nicht. Die Kampagne verläuft erfolgreich: „Die Verwaltung kriegt rund 40 Anfragen am Tag. Entweder von Leuten, die das System gerade erst entdeckt haben, oder zwecks neuer Bestellungen“, freut sich Hubert Bedoret, Kabinettschef von Umweltminister Philippe Henry.
Ecolo befürwortet die wallonische Initiative und bedauert deshalb umso mehr, dass die Post die besagten Aufkleber nicht respektiert: Von nun an will sie die Briefkästen mit Aufklebern der Region nicht mehr mit kostenloser Presse beliefern – und das bei egal welchem Aufkleber! Der Hintergrund: Die Hinterlegung von kostenloser Presse in Briefkästen mit Aufkleber „Nein zur Gratis-Presse“ ist strafbar, für die Missachtung des ausdrücklichen Wunsches nach kostenloser Presse oder Werbung ist aber keine Strafe vorgesehen. So suche sich die Post ganz einfach die für sie günstigere Variante aus. Dies, so Ecolo, sei eine bedenkliche Vorgehensweise.
Was den Wochenspiegel und das Kurier Journal in der Deutschsprachigen Gemeinschaft betrifft, hat die Post kürzlich zu verstehen gegeben, dass es keine kostenlose Presse mehr gäbe. Laut Ecolo ist diese Aussage jedoch falsch und verstößt gegen die Bestimmungen der Regionen. Pragmatisch betrachtet führe diese Ansicht zudem dazu, dass die Bürger ihren Aufkleber von ihrem Briefkasten entfernen… und den Müllverschwendungsprozess wieder in Gang bringen.
Auf der Suche nach einer umweltfreundlichen und sozialen Lösung werden die Ecolo-Abgeordneten Georges Gilkinet (föderal) und Matthieu Daele (regional) in den kommenden Tagen parlamentarische Fragen zu diesem Thema an die zuständigen Minister Steven Vanackere und Philippe Henry richten.
Matthieu Daele und Monika Dethier-Neumann, Regionalabgeordnete.