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10 gemeinsame Prioritäten für Belgien
José Bové, Europaabge-ordneter und Gründungs-mitglied der französischen Confédération paysanne besuchte Ecolo
Überall auf der Welt setzen Frauen ein Zeichen gegen Armut und Gewalt an Frauen. Im März finden lokale Aktionen statt. So startet am kommenden Samstag, 06. März um 12 Uhr 30 der belgische Marsch an der Börse in Brüssel.
Am 30. Juni findet in Istanbul eine europäische Kundgebung statt, und am 17. Oktober treffen sich Frauen aus allen Regionen der Welt in Süd-Kivu (Demokratische Republik Kongo) zu einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung.
Im Rahmen dieser Märsche und Veranstaltungen werden vier Aktionsfelder bearbeitet.
Gewalt gegen Frauen
Diese Gewalt ist strukturell und dient als Instrument zur Kontrolle über Leben, Körper und Sexualität von Frauen. Frauen rufen dazu auf, gemeinsam dagegen zu kämpfen, dass Frauenkörper als Ware betrachtet oder als Kriegswaffe eingesetzt werden. Dabei sind sämtliche Formen von Gewalt gegen Frauen zu verurteilen, z.B. Genitalverstümmelung, Zwangsverheiratung, Gewalt in Partnerschaft und Familie, Sextourismus, Kinder- und Frauenhandel. Auf politischer Ebene muss verstärkt gegen Gewalt an Frauen, und hier ganz besonders gegen häusliche Gewalt angegangen werden. Eine bessere Präventionspolitik ist notwendig genau wie eine konsequente Verfolgung von Gewalttätern oder eine angemessene Subventionierung von Frauenhäusern.
Wirtschaftliche Unabhängigkeit und Bekämpfung der Armut
Armut wird weiblicher. Diese Erkenntnis zeigen Umfragen und Untersuchungen sehr deutlich. So hat – laut einer Umfrage der König-Baudouin-Stiftung – jede fünfte Frau Schwierigkeiten, finanziell über die Runden zu kommen. Im Rahmen des Weltfrauenmarsches soll deshalb auch deutlich gemacht werden, dass Frauen unabhängig von ihrer Nationalität, ihrem Aufenthaltsstatus und ihrer Lebensform die Möglichkeit erhalten müssen, für ihre Bedürfnisse selbst aufzukommen. Hierzu sind der Zugang zu Arbeit, das Prinzip der Lohngleichheit oder auch ein gerechtes und solidarisches Sozialsicherheits- und Steuersystem notwendige Voraussetzungen. Es gilt, Reichtümer und Zeit gerecht zu verteilen.
Öffentliche Güter und Dienstleistungen
Im Rahmen des Weltfrauenmarsches wird auf die Notwendigkeit von gut funktionierenden öffentlichen Dienstleistungen hingewiesen. Frauen stellen sich gegen die zunehmende Vermarktung, Privatisierung und Liberalisierung. Wasser, Luft, Elektrizität, Bildung, Gesundheitswesen sollen für alle zugänglich, von guter Qualität und erschwinglich sein. Auch wird das Prinzip der Ernährungssouveränität bekräftigt und eine Lanze für eine lokale, nachhaltige, gesunde Lebensmittelproduktion gebrochen.
Frieden und Entmilitarisierung
Wichtig ist hier der Kampf für die Rechte von Frauen in Konfliktgebieten und gegen den Einsatz von Vergewaltigung und Sklaverei als Kriegsstrategien. Auch der Straflosigkeit von Tätern, Staaten und Gruppierungen muss hier Einhalt geboten werden.
ECOLO ruft dazu auf, sich aktiv an den verschiedenen Veranstaltungen im Rahmen des Weltfrauenmarsches 2010 zu beteiligen.
Franziska Franzen, Gemeinschaftsabgeordnete