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Das Wort den Parteien im Grenz-Echo vom 02. Dezember 2011.Kurzfristig improvisieren oder langfristige und ganzheitliche Lösungen finden? Diese gegensätzlichen Positionen werden auch den Weltklimagipfel 2011 im südafrikanischen Durban maßgeblich prägen. Es ist die Blockadehaltung führender Industrienationen wie China, Indien und der USA, die einem für alle Industrienationen verbindlichen Nachfolger des 2012 ablaufenden Klimaprotokolls von Kyoto im Wege steht.
Dabei ist der Wortteil „Blockade“ ein Synonym für Sturheit und in seiner negativen Interpretation gleichbedeutend mit „Unbelehrbarkeit“. Denn viel zu lange schon scheitern ökologische Ideen an methodischem Lobbyismus, dessen gewinnsüchtige Auslegung – quasi als Nebenprodukt des angestifteten wirtschaftlichen Desasters – unserer Natur die Luft zum atmen raubt.
Wer geht davon aus, dass neoliberale, sozialistische oder konservative Politik ihre unbelehrbare, wertvolle Jahrzehnte verschwendende Haltung plötzlich aufgibt und bevorstehende Hitzeperioden, Starkniederschläge, Sturmfluten und Gletscherschmelze vorbehaltlos zum Mittelpunkt der Aufmerksamkeit kürt? Schließlich ist die Welt so lange in Ordnung, wie wir die Scherben eines Wirbelsturms nicht vor der eigenen Haustür wegkehren müssen.
Doch diese Gleichung vermisst eine Radikale: Als Teil des Ökosystems sind auch wir Menschen der funktionalen Wechselwirkung von Lebewesen und Lebensraum verpflichtet – und müssen zu unserem eigenen Wohl dem Naturschutz allerhöchsten Vorrang einräumen.
Eine Schlussfolgerung aus den Anfangstagen unserer Bewegung, endend mit „…werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann“, ist gleichermaßen angestaubt wie hochaktuell und unterstreicht insbesondere eine Tatsache: Grün ist das Original – unverwechselbar und einzigartig ökologisch! Grüne Prognosen wurden Wirklichkeit - nun müssen grüne Lösungen die Herausforderungen dieser Wirklichkeit beantworten.
Es ist unumgänglich, dass in Durban die Weichen für eine Nachfolgeregelung zum Kyotoprotokoll gestellt werden: Ein klarer Beschluss über die Weiterführung der Klimaverpflichtungen, ein Fahrplan für ein weltweites Klimaabkommen bis 2015 und ein arbeitsfähiger „Green Climate Fund“ für die internationale Klimafinanzierung sind die Meilensteine, die es unbedingt zu setzen gilt.
Dieser internationale Fortschritt muss die Grundlage sein, die wir 2012 in der Deutschsprachigen Gemeinschaft ergänzen; indem wir uns an den Gemeindewahlurnen entsinnen, dass ein nachhaltiger, grüner Lebenswandel vor unserer Haustür beginnt. Damit die guten Vorsätze beiseite geräumt und die Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels endlich beginnen können. Damit aus kurzfristigen Teilzielen endlich langfristige Lösungen werden!
Frédéric Arens
Mitglied der ECOLO-Lokalgruppe Eifel








