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1. Dezember 2009

Wochenspiegel und Kurier Journal jetzt auch in Namur ein Thema

Seit einigen Monaten aber wundern sich mehrere tausend Haushalte darüber, dass sie nicht mehr wie gewohnt einmal pro Woche den "Wochenspiegel" oder das "Kurier Journal" in ihren Briefkästen finden. Und das, obwohl auf ihren Briefkästen ganz klar vermerkt ist, dass sie diese Zeitung haben wollen.
Wochenspiegel und Kurier Journal jetzt auch in Namur ein Thema

Die betroffenen Haushalte hatten von einer Aktion des wallonischen Umweltministers Gebrauch gemacht, das seit 2007 Aufkleber verteilt, mit denen die Anwohner erkenntlich machen können, dass sie zwar keine Werbung, aber doch die so genannte „Gratispresse“ erhalten wollen. Dazu gehört außer dem Wochenspiegel und dem Kurier Journal auch die Monatsausgabe des Grenz-Echo (Die Aufkleber sind gratis bestellbar unter Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://stoppub.wallonie.be ).


Seit Anfang Oktober setzt die Post aber eine neue Regelung durch, nach der sie keinen Unterschied mehr macht zwischen Werbesendungen und der Gratispresse. Die Aufkleber der Wallonischen Region werden dabei ganz bewusst ignoriert, die betroffenen Haushalte einfach nicht mehr beliefert. Wer seinen Wochenspiegel nun doch wieder erhalten möchte, hat keine andere Wahl: Er muss den Aufkleber entfernen und sich damit abfinden, in Zukunft zusätzlich Berge von Werbeblättern in seinem Briefkasten zu finden.


Seit dem vergangenen Dienstag, dem 24. November, ist das Problem auch im Wallonischen Parlament ein Thema. Im Umweltausschuss stellte der Ecolo-Abgeordnete Matthieu Daele eine Frage an Umweltminister Philippe Henry. Obwohl die neue Vorgehensweise der Post die gesamte Wallonie betrifft, scheint sie besonders für die Menschen in der DG ein Problem zu sein, weshalb in der parlamentarischen Frage ausdrücklich von Kurier Journal und Wochenspiegel die Rede war. Egal ob Bekanntmachungen, Stellenangebote oder der Veranstaltungskalender des kommenden Wochenendes, für viele Menschen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft sind Wochenspiegel und Kurier Journal als Informationsquelle kaum wegzudenken. 


Die Antwort des Ministers, in dessen Zuständigkeitsbereich auch die erwähnten Aufkleber fallen, fällt klar aus: Mit ihrer neuen Vorgehensweise vernachlässigt die Post ihre Verpflichtungen gegenüber dem Staat und dem Bürger, das Gleiche gilt für die privaten Zusteller, die mittlerweile die Vorgehensweise der Post übernommen haben. Der Minister kündigte an, seinen föderalen Ministerkollegen Steven Vanackere (mittlerweile ersetzt durch Inge Vervotte) über das Problem zu informieren. Letztlich schließt er sogar die Möglichkeit nicht aus, die Dienstleister juristisch zur Beachtung der Aufkleber zu zwingen.
Auch in der föderalen Kammer ist eine parlamentarische Frage zu dem Thema vorgesehen, die der Ecolo-Abgeordnete Georges Gilkinet in den kommenden Wochen der zuständigen Ministerin stellen wird.