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Studienreise ins grüne Freiburg

Unsere Wohnungen, Häuser und öffentlichen Gebäude sind wahre Energieverschwender - da kann man sich die Stadt Freiburg, das europäische Musterbeispiel in Sachen Ökologie, nur zum Vorbild nehmen. Ostbelgische Mitglieder und Sympathisanten waren Teil einer ECOLO-Delegation, die sich während einer Studienreise im Dezember beeindrucken ließ.
Das 210 000 Einwohner zählende Freiburg im Breisgau ist eine Modellstadt für die Umsetzung der Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung. Hier werden nachhaltige Überlegungen ganzheitlich und transparent in die Tat umgesetzt: Einwohner und Wirtschaft werden in die Gestaltung von Urbanismus, Architektur, Transport, Abfallwirtschaft und Wassermanagement einbezogen.
Um diese ökologische Hochburg zum Vorbild zu nehmen und daraus Inspiration zu schöpfen, organisierte ECOLO vom 11. bis zum 13. Dezember 2011 eine Studienreise für seine Mitglieder und Sympathisanten. Schwerpunkte waren die ökologische Raumordnung und eine nachhaltige Entwicklung.
Neben Freiburg stattete die Gruppe auch der französischen Nachbarstadt Straßburg und hier dem Europäischen Parlament einen Besuch ab. Hier traf die Delegation, zu der auch die ostbelgischen ECOLOs Claudia Niessen, Monika Dethier-Neumann, Frédéric Arens und Issa Gamboulatov sowie der Sympathisant Berthold Müller gehörten, auf die ecologische Vize-Präsidentin des EU-Parlamentes, Isabelle Durant.
Seit 1975 kämpft die Stadt Freiburg darum, dass die Stadtentwicklung in ökologischen Bahnen verläuft und die nachhaltige Entwicklung täglich Priorität genießt - nach 37 Jahren ist das Resultat mehr als beachtlich.
Ausschlaggebend für den Erfolg sind vor allem vier Faktoren:
- Die Förderung der erneuerbaren Energien;
- Die aktive Bürgerbeteiligung: Die Einwohner nehmen über Bürgerausschüsse und Weiterbildungen an allen Projekten der Stadt teil, dabei sind die Umwelt- und Lebensqualität der Einwohner zentrales Ziel aller Initiativen;
- Die Mobilitätspolitik: Um die CO2-Ausstösse der Innenstadt zu reduzieren, wurden Fahrrad und Straßenbahn prioritär gefördert - dabei war die Verringerung des Automobilverkehrs ein wichtiger Schwerpunkt;
- Urbanismus und Raumordnung: Innerstädtisches Projekt war die Zusammenlegung von Gebäuden auf engem Raum sowie die Förderung einer funktionellen und sozialen Vielfalt. Zudem sollten die Wohnungen vielfältig sein und niedrigen Energiestandards gerecht werden. Auch werden die Errichter verpflichtet, ihre Immobilien an die Stadtheizung anzuschließen (das Blockheizkraftwerk wird mit 70% Holz aus der Region und 30% Erdgas versorgt).
Da zur Speisung Regenwasser gesammelt wird, sind Toilettenwasser und Gärtentränkung kostenlos. Schlussendlich macht die Durchlässigkeit gewisser Grundstücke die Rückkehr der Rieselwassers zum Grundwasser möglich.
Die Stadt Freiburg ist heute zu einem Ort geworden, in dem die Kinder gefahrlos zur Schule gehen oder fahren können. Der Mensch steht im Zentrum der städtischen Entwicklung.
Freiburg ist der gelebte Beweis dafür, dass nachhaltige Stadtviertel technisch und finanziell möglich sind. Es ist eine neue Art und Weise der Stadtplanung, bei der auch die sozial benachteiligten Schichten der Bevölkerung miteinbezogen werden.
Visuell eingefangen wurden die Reiseeindrücke im untenstehenden Video sowie in unserer Fotostrecke.







